motorrad training

5 Übungen, die du während jeder Ausfahrt praktizieren kannst

Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir euch etwas an die Hand geben können, mit dem Ihr in der Praxis, alleine oder in der Gruppe, wichtige Skills für eure Selbstsicherheit als Fahrer trainieren könnt. Dann haben wir entdeckt, dass schon jemand vor uns an das Thema so gut herangegangen ist, dass wir es kaum besser können.

Hier in der Cycleworld beschreibt Gary Klein, wie er als 50 jähriger an‘s Motorradfahren kam und schnell den Ehrgeiz entwickelte, ein guter Fahrer zu werden. Für diejenigen, die sein Übungsprogramm auf der Cycleworld Website nicht im englischen Original lesen möchten, haben wir diese einmal frei übersetzt,  durch eigenes Wissen ergänzt und für uns übernommen.

Hier sind sie also, die fünf Motorrad Skills, die du während jeder Ausfahrt üben kannst:

1. Den Blick üben

Achte während der Fahrt ganz bewusst auf deine Umgebung und den Verkehr hinter (über die Spiegel), seitlich und vor dir und halte nach potentiellen Gefahren Ausschau, die du sonst möglicherweise gar nicht bemerken würdest.

Scanne dein Umfeld auch, während du dich auf dem Bike bewegst, oder wenn du den Blickwinkel wechselst.

Den Blick auf ein bestimmtes Objekt fixiert zu halten, kann im Ernstfall tödlich enden. Nimm daher Objekte auf oder am Rand der Fahrbahn in den Fokus und richte danach den Blick wieder in Fahrtrichtung. Du wirst merken, wie dein Gehirn das Objekt in der Erinnerung behält und dir die Distanz bis dahin auch dann im Sinn bleibt, wenn du das Objekt selber nicht mehr im Blick hast.

Je öfter du das trainierst, desto instinktiver wirst du reagieren, wenn es wirklich mal darauf ankommt.

2. Trail Braking

Diesen Begriff muss man nicht übersetzen. Trail Braking ist eine Technik aus dem Rennsport, die auch hervorragend zum energieeffizienten Fahren auf der Landstraße genutzt werden kann. Wenn man die Technik einmal erlernt hat, dann wird Sie in jeder Kurve zum absoluten Hammer.

Trail Braking ist gar nicht mal schwer: du bremst eine Kurve spät und hart an und verringerst beim Einlenken zusehends die Bremskraft, statt die Bremse komplett zu lösen. Spätestens am Kurvenapex löst du die Bremse komplett und beschleunigst, die Kurve weit öffnend, geschmeidig aus dem Turn heraus.

Wer es kann ist in der Lage die Maschine über den kompletten Kurvenradius mittels Gewichtsverlagerung durch Bremse und Gas zu kontrollieren und bekommt überdies ein unvergleichliches Gefühl für das Bike und die Kräfte, die während der Fahrt wirken – und dafür, diese zu beherrschen.

3. Notbremsen

Eine Notbremsung kann dein und das Leben Anderer retten!

Der wichtigste Ansatz beim Üben einer Notbremsung ist: du solltest aus dem Tempo heraus bremsen, mit dem du auch wirklich fährst. Auf der Landstraße ist Tempo 100 erlaubt – es bringt also nichts, wenn du eine Notbremsung lediglich mal bei Tempo 20 geübt hast.

Natürlich übst du Notbremsungen nur, wenn du vorher gecheckt hast, dass du niemanden dabei gefährdest. Auch nicht den Sozius. Denn es macht zwar absolut Sinn, Bremsmanöver mit einer zweiten Person auf dem Bock zu üben. Aber sprich das bitte mit dem Sozius vorher ab und weise ihn/sie genau darauf hin, wie er/sie sich zu verhalten hat.

Wenn durch eine Notbremsung ein Unfall zwar vermieden wurde, der Sozius aber mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus endet, weil du ihn/sie vorher nicht über dein Vorhaben informiert hast, ist das auch nicht unbedingt Zweck der Übung 😉

5. Sitzposition

Schau dir mal an, wie Profis einen Richtungswechsel oder eine Kurve einleiten.

Das erste Körperteil, welches sie bewegen, ist der Hintern, der kurveneinwärts gerückt wird. Erst dann folgt der Kopf, der sich zur gleichen Seite neigt, um dann den Körper folgen zu lassen um das Körpergewicht in der Kurve stabilisierend einzusetzen. Um das zu üben hilft es, Sonntags ein großes Möbelhaus in deiner Nähe zu besuchen. Sonntags sind dort die Parkplätze leer und du hast Raum ohne Ende. Die Übung auf einem Parkplatz fällt dir zuerst bestimmt etwas leichter, als direkt während der Fahrt zu trainieren, da der Bewegungsablauf doch recht komplex ist und einige Zeit braucht, um verinnerlicht zu werden.

5. Tempospiele

Schau dich vor dieser Übung mehrmals um und vergewissere dich, dass du keinen Folgeverkehr hast. Ist die Straße frei, drossle das Tempo, schalte in den ersten Gang und beschleunige in Richtung Drehzahllimit. Lass das Bike dann wieder vom Gas und spüre die Kräfte, die beim Verzögern wirken. Wiederhole die Tempospiele mit unterschiedlichem Gaseinsatz und du bekommst ein untrügliches Gefühl dafür, wie das Bike sich verhält, wenn es Beschleunigungsmäßig mal zur Sache gehen muss.

So…

Das waren sie, die fünf wertvollen Tipps, um deine Fahrerfähigkeiten während jeder Ausfahrt zu trainieren. Einiges aus diesen Übungen ist selbstverständlich auch Bestandteil unseres Programms und wir zeigen dir die Skills gerne an einem Training.